26.07.2022

Feuer- und Feuerwerksverbot in Wald und Waldesnähe - reduzierte Wasserentnahme

Das Kantonsforstamt hebt die Waldbrandgefahr in allen Teilen des Kantons auf die Stufe 4 «Grosse Waldbrandgefahr». Es gilt ein Feuer- und Feuerwerksverbot im Wald und in Waldesnähe. Zudem schränkt das Amt für Wasser und Energie das Wasserentnahmeverbot aus kleineren Oberflächengewässern bis auf Weiteres ein.

Die Niederschläge der letzten Tage sind lokal sehr unterscheidlich niedergegangen und konnten den ansonsten heissen und trockenen Bedingungen nur bedingt entgegenwirken. Der Boden und die Vegetation bleiben sehr trocken, gebietsweise hat sich die Waldbrandgefahrensitaution verschärft. Die Waldbrandgefahr wird nun kantonsweit auf Stufe «4 grosse Waldbrandgefahr» eingeschätzt. Die nächsten Tage sind erneut sehr warm aber unbeständig, lokal können Hitzegewitter auftreten.

Das Sicherheits- und Justizdepartement des Kanton St.Gallen erlässt daher ein ab Mittwoch, 27.Juli 2022 gültiges kantonales Feuer- und Feuerwekrsverbot in Wald und Waldesnähe (200m). Das Verbot gilt bis auf Wiederruf.

Im Umgang mit Feuer und Raucherwaren ist höchste Vorsicht geboten. Im Wald und im Abstand zum Waldrand von 200m gilt:

  • Keine Feuer machen, auch nicht an offiziellen Feuerstellen
  • Keine Raucherwaren/Streichhölzer wegwerfen
  • Kein Feuerwerk entzünden

Im ganzen Kantonsgebiet gilt: Keine Himmelslaternen steigen lassen!

Oberflächengewässer schützen

Zudem schränkt das Amt für Wasser und Energie ab Freitag, 22. Juli 2022 mit einer Allgemeinverfügung die Wasserentnahme aus Oberflächengewässern ein. Dazu gehören alle Fliessgewässer und stehende Gewässer wie Weiher und Teiche mit den unten aufgeführten Ausnahmen. Bewilligungsfreie Wasserentnahmen bis zu 50 Liter pro Minute (Gemeingebrauch) sind ab sofort untersagt. Kurzzeitige Entnahmen für das Befüllen von Viehtränkestellen sind erlaubt.

Weiterhin Wasser bezogen werden darf aus diesen Gewässern:

  • Bodensee
  • Zürich-Obersee
  • Walensee
  • Alpenrhein
  • Rheintaler Binnenkanal
  • Werdenberger Binnenkanal
  • Saarkanal ab Sargans
  • Seez ab Plons
  • Linthkanal
  • Sitter ab St. Gallen-Sittertal

Für den Vollzug der Massnahmen sind die Gemeinden verantwortlich.

Wasserentnahmen, die über den Gemeingebrauch hinausgehen, sind ohne Bewilligung ohnehin nicht erlaubt und werden zur Anzeige gebracht.

Je nach Entwicklung müssen in den nächsten Tagen auch bewilligte Entnahmen eingeschränkt werden. Die betroffenen Personen werden schriftlich informiert.

Der aktuelle Stand der Trockenheit und Waldbrandgefahr ist auf www.sg.ch/trockenheit abgebildet. Dort finden sich gebietsbezogene Empfehlungen und Massnahmen sowie fachspezifische Ansprechstellen.

Notabfischungen nötig

Die Fische und generell die aquatischen Lebewesen sind von der aktuellen Hitzeperiode speziell betroffen. Vor allem die Bachforelle und die national gefährdeten Äschen sind auf eher kühles und sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Ab 20 Grad sind sie zunehmend gestresst, Temperaturen ab 25 Grad sind für diese Arten sehr kritisch und führen zum Tod durch Sauerstoffmangel und physiologischen Stress. Sofern die Fische die Gelegenheit haben, suchen sie innerhalb des Gewässers beschattete und kühlere Nebenbäche oder ruhige tiefe Kolke auf.

Aktuell sind vor allem zwei Hauptgewässereinzugsgebiete problematisch: Im Rheintal haben die häufig monotonen und wenig beschatteten Bäche vielerorts die kritische Marke von 25 Grad überschritten. Im Einzugsgebiet der Thur und vor allem im Neckertal wiederum sind die Wasserstände sehr tief. Deshalb erwärmt sich das Wasser dort schneller. Das macht punktuelle Notabfischungen, Evakuierungen und Umsiedlungen der Fische in grössere Flüsse notwendig.

Die Notabfischungen erfolgen durch die kantonale Fischereiaufsicht. Sie werden teilweise von lokalen Fischereivereinen unterstützt. Notabfischungen stellen eine Belastung für die bereits stark gestressten Fische dar. Zunehmend problematisch wird es vor allem im Einzugsgebiet der Thur, weil dort auch die grösseren Gewässer wie Thur, Necker oder Sitter bereits Temperaturen im Bereich von um oder sogar über 25 Grad aufweisen. Eine Umsiedelung ist dann auch nicht mehr möglich und sinnvoll.