24.09.2021

Maisanbau 2022 erneut eingeschränkt

Maiswurzelbohrer im Rheintal gefunden

Im Rahmen des Monitorings zur Überwachung von Schaderregern ist an fünf Fallenstandorten im Rheintal dieses Jahr wie schon 2019 und 2020 erneut der Maiswurzelbohrer, ein aus Nordamerika stammender Schädling mit grossem Schadenpotential, aufgefunden worden.

Der Maiswurzelbohrer ist ein aus Nordamerika stammender Schädling und verursacht dort bedeutende Schäden. Der Käfer legt im Herbst seine Eier in bestehende oder bereits abgeerntete Maisfelder ab. Die Larven schlüpfen im nächsten Frühjahr/Frühsommer und machen ihren Reifungsfrass, indem sie die Wurzeln der Maispflanze fressen. Dadurch, dass die Larve auf Mais angewiesen ist, lässt sich mit einer Fruchtfolge eine geeignete Bekämpfungsstrategie gegen den Käfer führen. Im letzten Jahr wurde der Schädling erstmals gefunden, in diesem Jahr ist er nun im ganzen Rheintal präsent.

Allgemeinverfügung erlassen

Gemäss der Richtlinie des Bundes zur Verhinderung der Ausbreitung ist in einem Radius von 10 Kilometern um den Fallenstandort zwingend eine Fruchtfolge einzuhalten. Das Landwirtschaftsamt hat deshalb am 22. September 2021 eine Allgemeinverfügung erlassen.

Auf dem ganzen Gebiet der Politischen Gemeinden Pfäfers, Bad Ragaz, Vilters-Wangs, Sargans, Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams, Sennwald, Rüthi, Oberriet, Eichberg, Altstätten, Marbach, Rebstein, Balgach, Diepoldsau, Widnau, Berneck, Au und St.Margrethen sowie auf einem Teil der Gemeindegebiete der Politischen Gemeinden Rapperswil-Jona, Flums, Mels, Rheineck und Thal ist es auf Flächen, auf denen im Jahr 2021 Mais angebaut wurde, verboten, im Jahr 2022 erneut Mais anzupflanzen.

Die Verfügung kann zusammen mit den Detailplänen der Gemeinden Mels und Rheineck unter www.publikationen.sg.ch eingesehen werden.

der Maiswurzelbohrer

Der Maiswurzelbohrer ist ein aus Nordamerika stammender Schädling und verursacht dort bedeutende Schäden. Der Käfer legt im Herbst seine Eier in bestehende oder bereits abgeerntete Maisfelder ab. Die Larven schlüpfen im nächsten Frühjahr/Frühsommer und machen ihren Reifungsfrass indem sie die Wurzeln des Mais fressen. Folgt Mais nach Mais kann sich die Larve entwickeln, verpuppen und im Herbst wieder als Käfer ausfliegen. Folgt eine andere Kultur, kann sich die Larve nicht entwickeln und stirbt ab. Dadurch, dass die Larve auf Mais angewiesen ist, lässt sich mit einer Fruchtfolge eine geeignete Bekämpfungsstrategie gegen den Käfer führen.

Das adulte Tier ernährt sich mehrheitlich von Narbenfäden, hat neben Mais aber auch andere Wirtspflanzen. Bei massenhaftem Auftreten zeigen sich Schäden durch ungenügende Befruchtung der Maiskolben.

aktuelle Situation CH

In der Schweiz gilt der Maiswurzelbohrer als Quarantäneorganismus. Der Quarantänestatus wird über die Pflanzengesundheitsverordnung (ehemals Pflanzenschutzverordnung) geregelt und besagt, dass die Kantone den Käfer jährlich überwachen und bei Funden Sofortmassnahmen einleiten müssen, um die Weiterverbreitung und Etablierung in einem Gebiet zu stoppen. Die kantonalen Pflanzenschutzdienste stellen jedes Jahr Pheromonfallen auf und überwachen damit den Käferflug. Im Tessin werden seit dem Jahr 2000 immer wieder Käfer gefangen, durch den regelmässigen Einflug aus Italien. Im letzten Jahr wurden vermehrt Fänge aus der Nordwestschweiz gemeldet. Dieses Jahr haben sich die Meldungen von Fängen im Rest der Schweiz erhöht. Viele Grenzkantone sind betroffen (siehe Karte).