08.01.2021

Auch Landwirte profitieren vom Vaterschaftsurlaub

Das Schweizer Volk hat am 27. September 2020 der Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub zugestimmt.

Vaterschaftsurlaub tritt in Kraft

Das Schweizer Volk hat am 27. September 2020 mit einem Ja-Anteil von 60,3 Prozent der Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub zugestimmt. Die neuen Bestimmungen für diesen Vaterschaftsurlaub treten am 1. Januar 2021 in Kraft.

Erwerbstätige Väter haben innert sechs Monaten nach Geburt des Kindes Anspruch auf zwei Wochen Vaterschaftsurlaub. Als Grundlage für die Berechnung der Entschädigung dieses Vaterschaftsurlaubs dient der letzte vor der Geburt verfügte AHV-Beitrag. Es werden 80 Prozent dieses AHV-pflichtigen Erwerbseinkommen, höchstens aber 196 Franken pro Tag über die Erwerbsersatzordnung (EO) ausbezahlt. Die zwei Wochen Vaterschaftsurlaub werden mit insgesamt 14 Taggeldern abgegolten. Die Berechnung der Entschädigung erfolgt auf dem Monatseinkommen (Monatseinkommen x 0.8 / 30 Tage) oder auf dem Jahreseinkommen (Jahreseinkommen x 0.8 / 360 Tage).

Wer kann profitieren?

Anspruchsvoraussetzung für die Entschädigung aus der EO entstehen, wenn

der Vater während neun Monaten unmittelbar vor der Geburt des Kindes im Sinn des AHV-Gesetzes obligatorisch versichert war. 

Der Vater in dieser Zeit mindestens fünf Monate eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat oder eine EO-Entschädigung erhalten hat.

Anspruch besteht jedoch nur für rechtliche Väter respektive solche, die es innerhalb von sechs Monaten ab Geburt werden. Um Missbrauch vorzubeugen, sind zusätzlich bestimmte Mindestversicherungsdauern in der ersten Säule zu erfüllen.

Auch selbständige Landwirte

Beitragsberechtigt für den Vaterschaftsurlaub sind Väter, welche angestellt oder selbständig erwerbend sind. Somit haben auch selbständige Landwirte Anspruch auf die Vaterschaftsentschädigung. Bei angestellten (landwirtschaftlichen) Arbeitnehmern erfolgt die Anmeldung für die Vaterschaftsentschädigung durch den Arbeitgeber. Selbständigerwerbende Landwirte hingegen melden sich direkt bei der für sie zuständigen Ausgleichskasse. Zuständig ist diejenige Ausgleichskasse, die als letzte AHV/IV/EO-Beiträge in Rechnung gestellt hat. Die Anmeldeformulare sind seit dem 1. Januar 2021 aufgeschaltet. Weitere Informationen, zum Beispiel über die Anspruchsvorausset-zungen für den Bezug von Taggeldern einer anderen Versicherung oder das Vorgehen bei Erwerbskombinationen, sind im Merkblatt 6.04 «Vaterschaftsentschädigung» der AHV/IV zu finden (www.svasg. ch/online-schalter). Bei Fragen zur Vaterschaftsentschädigung stehen Ihnen die Berater der Versicherungsabteilung des St.Galler Bauernverbandes gerne zur Verfügung.

Weitere Auskunft

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