04.05.2018

Stellungnahme zum Agrarpaket 2018 verabschiedet

Der Vorstand des St. Galler Bauernverbands hat die Stellungnahme zum landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2018 verabschiedet.

Der SGBV begrüsst die Massnahmen mit dem Ziel der administrativen Vereinfachung. Die Anpassungen bleiben allerdings ungenügend.

Im Jahr 2019 will der Bundesrat weitere Ressourceneffizienzbeiträge für den Verzicht auf Herbizide einführen. Der SGBV bemängelt, dass die Beiträge zu tief angesetzt sind, um einen wesentlichen Anreiz zum Einsatz der aufwändigeren Produktionsmethoden zu setzen. Die Landwirtschaft leistet mit der Umsetzung der Massnahmen des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes.

Beiträge für die Milchviehsömmmerung
Nachdem der Bundesrat mit der AP 14-17 die höheren Beiträge für die Milchvieh Kurzalpung von 56-100 Tagen befristet hat, schlägt der Bundesrat den endgültigen Übergang zu einem einheitlichen System per 01.01.2019 vor. Das neue System soll für alle Betriebe gelten, nicht nur für die um die Jahrtausendwende verfügten Kurzalpungsbetriebe. Der SGBV unterstützt eine einfache Lösung mit einem erhöhten Beitrag für die Milchviehsömmerung zur Förderung der Kurzalpung. Diese kommt im Kanton St. Gallen vor allem im Toggenburg häufig vor.

Rohstoffvergünstigungen für Exportprodukte
Aufgrund des WTO-Beschlusses vom Dezember 2015 in Nairobi muss die Schweiz die Rohstoffvergünstigungen für Exportprodukte mit Schweizer Milch und Getreide abschaffen (Schoggi-Gesetz). In Vernehmlassung ist eine neue exportunabhängige und produktunabhängige Stützung für die Milch- und Getreideproduzenten. Diese richtet sich anhand der vom Parlament bewilligten Mittel und wird auf die Fläche bzw. die produzierte Milch verteilt. Der SGBV fordert die volle Ausschöpfung der vom Parlament genehmigten Mittel. Für die verkäste Milch muss sichergestellt werden, dass insgesamt weiterhin mindestens 15 Rp./kg ausbezahlt werden.

Anpassung der Kontrollen
Der Bundesrat schlägt per 01.01.2020 eine Erhöhung des Anteils der risikobasierten und unangemeldeten Kontrollen vor, dafür werden die Kontrollrhythmen erhöht. Der SGBV stimmt systematischeren Kontrollen zu, allerdings sollen die Vorgaben auch beim Tierschutz angepasst werden. Im Kanton St. Gallen bedeuten diese Anpassungen eine Erleichterung für die Betriebe. Die geforderten Anteile an risikobasierten und unangemeldeten Kontrollen werden bereits heute erfüllt.