12.10.2020

die alten Zäune müssen weg!

Stehengelassene und ungenutzte Zäune im Wald und im Offenland behindern den Lebensraum der Wildtiere.

Unsere Wälder, Weiden und Wiesen werden von verschiedenen Akteuren genutzt. Dabei treffen unterschiedliche Interessen auf engem Raum aufeinander. Eine konfliktfreie Raumnutzung setzt voraus, dass die Anliegen der verschiedenen Interessensgruppen – Bäuerinnen und Bauern, Jäger, Alpbesitzer und -bewirtschafter, Waldeigentümer und -bewirtschafter, Naherholungssuchende und Sportler – gegenseitig zu respektieren sind. In der Vergangenheit wurde von verschiedenen Seiten immer wieder kritisiert, dass Zäune die Wildtiere in ihrem Lebensraum einengen und gefährden können. Für die Landwirtschaft wiederum stellen die Zäune sicher, dass die Tiere das für sie vorgesehene Areal nicht verlassen können und dass andere Tiere ferngehalten werden. Dass stehengelassene und ungenutzte Zäune im Wald und im Offenland den Lebensraum der Wildtiere behindern, ist unbestritten. Insbesondere sind eingewachsene und vergessene Zäune und Drähte in Wäldern und an Waldrändern oder über längere Zeit nicht mehr genutzte Flexinetze für Wildtiere ein Problem. Es kann zu Verletzungen oder in seltenen Fällen sogar zu Todesfällen der Wildtiere führen.

Eine Initiative fordert auf Kantonsebene, dass der Umgang mit mobilen Weidesystemen eingeschränkt und der Stacheldraht gänzlich verboten wird. Der St.Galler Bauernverband (SGBV) will keine zusätzlichen Gesetze. Er setzt sich vielmehr zum Ziel, dass in den nächsten Jahren möglichst viele der «nicht mehr notwendigen und nicht genutzten Zäune» zurückgebaut werden. Das Projekt «Rückbau von nicht notwendigen und nicht genutzten Zäunen» läuft seit 3 Jahren. Der SGBV hat in diesem Projekt den Lead und übernimmt die Koordination.

Bewirtschafter oder Eigentümer von Grundstücken (auch von Alpen), auf welchen ein abzubrechender Zaun oder Stacheldraht steht, können mit dem beiliegenden Meldeformular die entsprechenden Zäune dem SGBV melden. Aktuell fokussieren wir das Projekt auf die Region See-Gaster. Zusammen mit Schutzorganisationen, der Jägerschaft und dem Forst sind die Rückbau-Aktionen im kommenden Winter und Frühjahr geplant. Selbstverständlich erachten wir es am zielführendsten, wenn die ungenutzten Zäune direkt durch Bewirtschafter und Eigentümer rückgebaut werden.

Sie haben Zäune, die nicht mehr genutzt und somit zurückgebaut werden können? Melden Sie diese mit angehängtem Formular bis 31. Oktober 2020 an bettina.signer(at)bauern-sg(dot)ch