Was Sie zur Situation rund um das Corona-Virus wissen müssen

Das Corona-Virus betrifft auch die Landwirtschaft. Alle Infos sowie häufig gestellte Fragen finden Sie hier.

Der Schweizer Bauernverband steht in Kontakt mit den Behörden, um offene Fragen zu klären. Grosse Priorität hat dabei die Sicherstellung der benötigten Arbeitskräfte. Die Entwicklungen auf den Märkten wird beobachtet und geschaut, ob sich dort Handlungsbedarf ergibt.

Die Informationen des SBV sind unter folgendem Link aufgeschaltet: https://www.sbv-usp.ch/de/schlagworte/coronavirus/

Neu auftauchende Fragen von generellem Interesse sind zu richten an: sandra.helfenstein(at)sbv-usp(dot)ch

So können wir diese gesammelt mit den Behörden klären.

Aktuell ab dem 27. April:

Der Verkauf von Pflanzen und Saatgut ist wieder möglich und Blumenfelder dürfen wieder öffnen, sofern Schutzkonzepte vorliegen und umgesetzt sind (der Schweizer Obstverband hat für Selbstpflückfelder eine Checkliste zusammengestellt).

Voraussichtlich ab 11. Mai ist die Durchführung von Wochen- und Viehmärkten wieder möglich. Für die Schlachtviehmärkte wurde ein Schutzkonzept erarbeitet. Ein solches ist aber auch für Wochenmärkte nötig, damit diese durchgeführt werden können. Der SBV wird deshalb baldmöglichst ein Basis-Schutzkonzept für Wochenmärkte aufschalten. Dieses kann/muss an die Umstände vor Ort angepasst werden.

Fragen und Antworten

Dürfen Hofläden betrieben werden?

Ja. Lebensmittelläden und damit auch die Hofläden auf den Bauernbetrieben dürfen betrieben werden. Die Hofläden müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit einhalten. Dazu gehören Hygienemassnahmen wie gründlich Händewaschen, Hände nicht schütteln sowie genügend Abstand zu anderen Personen sicherstellen. Das kann weiter heissen, die Anzahl Kundinnen und Kunden zu begrenzen, die gleichzeitig im Laden sind. Eine Bewirtung der Kundschaft (z.B. Besenbeizen etc.) ist untersagt.

Sind Markstände und Wochenmärkte erlaubt?

Am 16. März verbot der Bundesrat Wochenmärkte. Gemäss der Präzisierung des Bundesrats vom 18. März ist ein einzelner Lebensmittelmarktstand den Lebensmittelläden gleichgestellt und darf somit betrieben werden. Die Abstandregeln müssen aber auch hier eingehalten werden können. Ebenfalls möglich sind Lieferdienste.

Die BauernZeitung hat zudem eine interaktive Karte aufgeschaltet, auf der Bauernfamilien ihr Angebot für Hauslieferdienste sichtbar machen können.

In der UFA-Revue online gibt es einen Artikel mit wertvollen Hinweisen für alternative Absatzkanäle und die Vermarktung über andere Gemüse-Vermarktungs-Plattformen.

Gemäss Entscheid des Bundesrats vom 16. April dürfen Wochenmärkte ab dem 11. Mai den Betrieb wieder aufnehmen. Der Schweizer Obst- und der Gemüseproduzentenverband haben ein von den Behörden abgesegnetes Schutzkonzept für die Corona-taugliche Umsetzung plus dazu passende Hinweisschilder ausgearbeitet.

Wie sieht die Situation mit dem Verkauf von Saatgut und Setzlingen aus?

Seit dem 27. April Pflanzen, Setzlinge und Saatgut wieder verkauft werden. Es gelten die Empfehlungen des BAG (siehe Punkt Hofläden weiter oben).

Weil die Restaurants geschlossen sind kommen gewisse Märkte unter Druck. Sind Massnahmen vorgesehen?

Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf die Märkte. Bei einigen Produkten steigt die Nachfrage, bei anderen sinkt sie. Die Schliessung der Gastronomie belastet v.a. den Wein- und den Fleischmarkt (Rind- und Kalb). Für die Weinproduzenten stehen aktuelle Massnahmen zur Liquiditätssicherung im Zentrum. Stark betroffene Betriebe können im Rahmen der am 16. April beschlossenen Härtefallregelung eine Erwerbsausfallentschädigung beantragen. Das Anmeldeformular ist hier zu finden. Im Fleischmarkt nimmt der Verwaltungsrat der Proviande regelmässig eine Situationsanalyse vor. Zur Entlastung des Rind-, Kalb- und Gitzimarkts laufen bis zum 1. Mai Einlagerungsaktionen.

Ist die Versorgung mit Vorleistungen für die Landwirtschaft gewährleistet?

Ja. Aus heutiger Sicht ist die Versorgung mit Dünger, PSM und Saatgut gesichert. Einzig beim Saatmais könnte es gewisse Verzögerungen geben. Auch bei den Futtermitteln sollte es keine Engpässe geben. Im Notfall hat die Schweiz Pflichtlager.

Werden Massnahmen in Erwägung gezogen, Ausschöpfung der Möglichkeiten zur kurzfristigen Anpassung des Produktionsportfolio, z.B. Gemüse statt Tabak?

Der SBV hat diese Frage mit dem Bundesamt für Landwirtschaft und dem Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung geklärt. Diese sehen keinen Bedarf für eine Anpassung der Kulturen.

Können öffentliche Schlachtviehmärkten durchgeführt werden?

Gemäss Entscheid des Bundesrats vom 16. April dürfen Schlachtviehmärkte erst ab dem 11. Mai den Betrieb wieder aufnehmen.

Was muss ich als Betriebsleiter mit Angestellten beachten?

Grundsätzlich gilt es, die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit umzusetzen. Speziell ist darauf zu achten, dass die Leute regelmässig die Hände mit Seife waschen können und dass im Grundsatz auch beim Arbeiten genügend Abstand (2 Meter) gewahrt bleibt. Besonders gefährdete Personen wie Leute über 65 oder solche mit Vorerkrankungen sollten nicht zur Arbeit auf den Betrieben erscheinen oder so arbeiten können, dass sie keinerlei Kontakt mit anderen Menschen haben. Für Betriebe mit sehr vielen Angestellten haben die Spezialkulturbranchen weitere Empfehlungen erarbeitet.

Die Mitarbeitenden müssen sich zudem auch in der Freizeit an die Vorgaben des Bundes halten und sollten sich nicht mit anderen Menschen ausserhalb ihres Haushalts treffen.

Wo bekommt man Schutzmasken?

Aktuell ist die Versorgungslage unklar. Online kann man Masken beispielsweise hier kaufen. Wir gehen aber davon aus, dass Hygienemasken zu einem Preis zwischen 0.80 Fr. und 1 Franken pro Stück auch bald in ausreichender Menge im Detailhandel oder in den Landis verfügbar sein werden. Eine einfache Maske kann man auch selber nähen. Eine Anleitung ist hier zu finden.

Was muss ich beachten, wenn ich kurzfristig jemanden anstelle?

Wir empfehlen einen schriftlichen Arbeitsvertrag abzuschliessen. Bei befristeten Arbeitsverträgen unbedingt die Probezeit und Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag regeln. Die Arbeitnehmenden werden gemäss der Lohnrichtlinie in der Schweizer Landwirtschaft (SBV / SBLV / ABLA) entschädigt (kant. Mindestlöhne, verbindliche Regelungen im NAV, GAV haben Vorrang). Die Arbeitnehmer müssen nach den gesetzlichen Vorschriften versichert und die ausländerrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Ausländische Arbeitnehmende mit Wohnsitz in der Schweiz, die weder die Niederlassungsbewilligung C besitzen noch mit Personen verheiratet sind, die die Niederlassungsbewilligung C oder das Schweizer Bürgerrecht haben, müssen beim Quellensteueramt gemeldet und abgerechnet werden. Und in jedem Fall gilt es die Verhaltens- und Hygieneregeln des BAG sowie die Arbeitssicherheit zu beachten.

Was ist zusätzlich zu beachten, wenn ich jemanden anstelle, welcher Kurzarbeitsentschädigung bezieht?

Der Arbeitnehmer, welcher Kurzarbeitsentschädigung (KAE) bezieht braucht für die Arbeit im Landwirtschaftsbetrieb das Zugeständnis vom «alten» Arbeitgeber. Wenn ein Arbeitnehmer, welcher KAE bezieht in der Landwirtschaft arbeitet, spricht man von einer Zwischenbeschäftigung. Der alte Arbeitsvertrag hat immer noch Gültigkeit, das heisst der Arbeitnehmer muss auch jederzeit bereit sein, sein Arbeitspensum im angestammten Betrieb wiederaufzunehmen. Seit dem 9. April 2020 (rückwirkend ab dem 1. März 2020) müssen Arbeitnehmende während der Kurzarbeit durch Zwischenbeschäftigung oder selbständige Tätigkeit erzielte Einkommen dem «alten» Arbeitgeber nicht mehr mitteilen. Diese Änderung gilt bis zum 31. August 2020. Das heisst der Landwirtschaftsbetrieb muss keine zusätzlichen Formulare mehr ausfüllen und der Arbeitnehmende kann einen Zusatzverdienst erwirtschaften. Weitere Information finden Sie hier.

Gibt es für ausländische Arbeitskräfte Reiseeinschränkungen wegen den neu eingeführten Grenzkontrollen?

Ja, es gibt Einschränkungen, aber die Situation ändert sich laufend. Nach aktuellem Kenntnistand ist die Durchreise durch Deutschland möglich, wo der Landweg aktuell nicht möglich oder schwierig ist (Portugal) bestehen nach wie vor reguläre Flugverbindungen. Den aktuellen Stand in den verschiedenen Ländern kann man hier abrufen (nur in Englisch).

Können ausländische Arbeitskräfte (EU-/EFTA-Staaten) noch in die Schweiz einreisen?

Damit die Einreise an der Schweizergrenze möglich ist, müssen neben dem Reisedokument eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • einen gültigen Aufenthaltstitel: Kurzaufenthaltsbewilligung (L-Ausweis), Aufenthaltsbewilligung (B-Ausweis), Grenzgängerbewilligung (G-Ausweis), Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) oder
  • eine Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung oder
  • als freizügigkeitsberechtigte Person einen beruflichen Grund für die Einreise in die Schweiz haben und eine Meldebestätigung besitzen

Wie erhalte ich (Arbeitgeber) eine Meldebestätigung?

Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer im Meldeverfahren für kurzfristige Erwerbstätigkeit (bis 90 Kalendertage pro Kalenderjahr) erfassen. Die Meldung wird nachher vom Kanton kontrolliert. Sobald die Meldung bewilligt ist erhält der Arbeitgeber die Meldebestätigung per E-Mail. Dieses Dokument muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zustellen, denn diese positive Meldebestätigung benötigt der Arbeitnehmer für die Einreise in die Schweiz. Diese Meldung ist einfach und gratis. In Durchschnitt werden Meldungen innerhalb weniger Arbeitstage bearbeitet, in der aktuellen Situation kann es aber auch länger dauern.

Kann ich (Arbeitgeber) die gemeldeten Daten im Meldeverfahren wieder ändern?

Eine erfolgreich gesendete Meldung kann online weder mutiert noch angeschaut werden. Folgende Änderungen müssen Sie an die zuständige kantonale Behörde per E-Mail melden. Die Adressen finden Sie hier.

  • Verschiebung des Einsatzes auf einen späteren Zeitpunkt
  • Änderung der Einsatzdauer (Verlängerung oder Verkürzung)
  • Arbeitsunterbruch

Für alle anderen Änderungen muss eine neue Online-Meldung ausgefüllt werden. In allen erwähnten Fällen muss die neue Meldung einen Verweis auf die bereits erfolgte Meldung beinhalten.

Kann ein Arbeitnehmer, welcher mit einer Meldebestätigung (für 90 Tage) einreiste, verlängert werden?

Spätestens zwei Wochen vor Ablauf der Meldebestätigung muss die Verlängerung (z.B. Erhalt einer L-Bewilligung) via die Gemeinde beantragt werden.

Wer ist zuständig für die Umsetzung des Meldeverfahrens?

Die Umsetzung der kurzfristigen Erwerbstätigkeit (bis 90 Tage) ist kantonal geregelt. Weitere Informationen erhalten Sie bei den kantonalen Behörden für das Meldeverfahren. Die Kontaktdaten finden Sie hier.

Wie erhalte ich eine Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung?

Zusicherung für eine kurzfristige Erwerbstätigkeit bei einem Schweizer Arbeitgeber ab drei Monaten bis maximal vier Monate oder 120 Tage im Kalenderjahr: Da die Tätigkeit 90 Tage überschreitet, ist das Meldeverfahren nicht anwendbar. Es ist eine Zusicherung, welche gleichzeitig als Bewilligung gilt, beim Kanton zu beantragen. Der Arbeitgeber muss ein Gesuch für vier Monate beim der kantonalen Behörde (je nach Kanton ist das Migrationsamt oder das Arbeitsamt zuständig) einreichen. Die meisten Kantone verlangen für die Gesuchsprüfung neben dem offiziellen Gesuchsformular, den Arbeitsvertrag und eine Kopie eines gültigen Reisepasses oder Identitätskarte. Dieses Verfahren ist kostenpflichtig. Für die Einreise in die Schweiz benötigt der Arbeitnehmer die Zusicherung.

Zusicherung der Kurz-/Aufenthaltsbewilligung für eine Erwerbstätigkeit bei einem Schweizer Arbeitgeber über drei Monate: Zuständig für das Ausstellen von Zusicherungen der Aufenthaltsbewilligung sind die Migrationsämter der Kantone. Für Fragen zu den genauen Formalitäten der Bewilligungserteilung (wo genau beantragen, welches Formular ausfüllen, wie lange dauert es etc.) wenden Sie sich bitte an die zuständigen kantonalen Behörden. Die entsprechenden Adressen finden Sie hier.

Kann die Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung verlängert werden?

Spätestens zwei Wochen vor Ablauf der Zusicherung muss die Verlängerung (z.B. Erhalt einer L-Bewilligung) via die Gemeinde beantragt werden.

Können minderjährige Kinder von Arbeitnehmenden, die über eine Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung oder eine Meldebestätigung verfügen, ebenfalls in die Schweiz einreisen?

Bei Situationen äusserster Notwendigkeit ist es möglich, trotz der Einreisebeschränkung in die Schweiz einzureisen. Minderjährige Kinder sowie Lebenspartner sollen grundsätzlich zusammen mit dem Besitzer der Aufenthaltsbewilligung oder Meldebestätigung in die Schweiz einreisen. Der entsprechende Nachweis kann direkt an der Grenze erbracht werden. Massgebend ist der Entscheid der Grenzkontrollbehörde. Es ist erforderlich, die folgenden Dokumente mitzubringen: Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung oder Meldebestätigung, Identitätskarte/Pass, ggf. Familienregisterauszüge. Bei einer nachträglichen Einreise der Familienangehörigen sind dieselben Belege (Kopien) vorzuweisen. Die Länge des Aufenthalts richtet sich nach der Länge des Aufenthalts der Eltern.

Wo kann ich mich melden, wenn ich Interesse haben, in den nächsten Wochen in der Landwirtschaft auszuhelfen?

Der SBV hat eine Liste mit Plattformen zusammengestellt. Diese ermöglichen einerseits den Landwirtschaftsbetrieben ihren Bedarf an Arbeitskräften sichtbar zu machen. Andererseits können Interessierte dort mögliche Einsatzorte zu finden oder ihre Arbeitskraft auch aktiv anbieten.

Falls es auf Betrieben krankheitsbedingt zu Ausfällen kommt in den nächsten Wochen, wird die Nachbarschaftshilfe wichtig. Welche Punkte gilt Nachbarschaftshilfe bezüglich Arbeits- und Versicherungsrecht zu berücksichtigen?

Die Nachbarschaftshilfe zeichnet sich aus durch:

  • Spontaner Einsatz, Gefälligkeitscharakter
  • Keine oder geringe Entlöhnung
  • Kein primäres wirtschaftliches Interesse des Arbeitgebers

Diese Aushilfen unterstehen nicht der obligatorischen Unfallversicherung und sind somit nicht über eine allfällige bestehende Versicherung für Angestellt versichert.

In erster Linie müssen die Versicherungen der geschädigten Person für die Kosten aufkommen. In Frage kommen die NBU-Versicherung aus einem bestehenden Anstellungsverhältnis, die obligatorische Krankenversicherung der geschädigten Person oder allfällige freiwillige Versicherungen der geschädigten Person. Um Missverständnisse zu vermeiden, empfehlen wir in einer Vereinbarung mit den freiwilligen Aushilfen folgende Passage festzuhalten: «Für die Unfallversicherung sind Sie eigenverantwortlich. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie gegen Nichtberufsunfälle versichert sind».

Sollten Sie mit solchen Einsätzen rechnen, empfehlen wir Ihnen ebenfalls den Abschluss einer Aushilfeversicherung und den Anschluss an die Globalversicherung für Angestellte bei der Agrisano, da die Grenze zwischen Aushilfe und Angestelltem fliessend sind und bei einem eventuellen Schadenfall die Kosten immens sein können.

Gehen die Einsätze über solche «spontane» Einsätze hinaus, ist dies ein Arbeitsverhältnis, ihr Nachbar ist somit für diese Arbeiten Ihr Arbeitnehmer.

Dies charakterisiert sich durch:

  • Einsätze sind geplant/organisiert, evtl. regelmässig
  • Entschädigung mit Lohncharakter
  • Tätigkeit im wirtschaftlichen Interesse des Arbeitgebers

Solche Personen sind als normale Angestellte zu versichern, je nach Pensum und Dauer gemäss den Regelungen des UVG, BVG und des jeweiligen kantonalen Normalarbeitsvertrages. Der Arbeitgeber ist verpflichtet diese Personen seinem UVG-Versicherer, z.B. der Globalversicherung zu melden.

Jemand möchte bei mir Freiwilligenarbeit leisten. Auf was muss ich achten?

Bezüglich Versicherungen gelten die Ausführungen zur Nachbarschaftshilfe. Bezieht ein versicherte Person Arbeitslosen- oder Kurzarbeitsentschädigung ist zudem Folgendes zu beachten:

Während Bezug von Arbeitslosenentschädigung:
Die versicherte Person, die eine freiwillige Tätigkeit ausüben will, bedarf einer Bewilligung der Kantonalen Amtsstelle, damit sie als vermittlungsfähig gilt. Damit sollen Rechtsmissbräuche verhindert (z. B. dass Tätigkeiten ausgeübt werden, die normalerweise gegen Lohn erbracht werden) und sichergestellt werden, dass das primäre Ziel der raschen und dauerhaften Wiedereingliederung der versicherten Personen in den Arbeitsmarkt nicht gefährdet wird.

Während Bezug von Kurzarbeitsentschädigung:
Hier stellt sich die Frage der Vermittlungsfähigkeit nicht. Daher sollte es möglich sein, sofern die Zustimmung des Arbeitgebers vorliegt. Dieser darf die Zustimmung nur verweigern, wenn die arbeitnehmende Person wegen der freiwilligen Tätigkeit ihre arbeitsvertraglichen Verpflichtungen nicht einhalten könnte. Es gelten dieselben Regeln wie für eine Zwischenbeschäftigung.

Die Armee mobilisiert zurzeit Leute. Wie kann man sich davon befreien, weil man in der Landwirtschaft arbeiten muss?

Da es sich um eine Mobilisierung handelt, muss man einrücken, wenn man die eigene Einheit aufgeboten wird. Ein vorgängiges Dispensationsgesuch wie bei einem normalen Aufgebot ist nicht möglich. Nach dem Einrücken kann man aber umgehend mit einer entsprechenden Be-gründung (Arbeit ist wichtig für die Lebensmittelversorgung) ein Dispensationsgesuch stellen.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung uns in einem Schreiben bestätigt, dass die Landwirtschaftsbetriebe in der aktuellen Corona-Ausnahmesituation «systemrelevant» sind. Damit können sich die auf den Betrieben benötigten Arbeitskräfte vom Militär- Zivilschutz- und Zivildienstpflicht befreien lassen.

Auch der Zivilschutz bietet Leute auf. Wie kann man sich davon befreien, weil man in der Landwirtschaft arbeiten muss?

Der Zivilschutz ist im Gegensatz zur Armee nicht national, sondern regional organisiert. Aber auch hier kann man sich mit einer Begründung (Arbeit ist wichtig für die Lebensmittelversorgung) dispensieren lassen. Falls diesem Gesuch nicht entsprochen wird, kann man sich an den kant. Bauernverband wenden und ihm Person und Aufgebotsstelle mitteilen. Dieser kann dann Kontakt aufnehmen und die Aufgebotsstelle auffordern, die betroffene Person zu dispensieren, weil sie dringend auf dem Betrieb benötigt wird.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung uns in einem Schreiben bestätigt, dass die Landwirtschaftsbetriebe in der aktuellen Corona-Ausnahmesituation «systemrelevant» sind. Damit können sich die auf den Betrieben benötigten Arbeitskräfte vom Militär- Zivilschutz- und Zivildienstpflicht befreien lassen.

Wie muss ich beim Verladen von Verladen von Poulets, Truten und Hennen sowie dem Einstallen von Küken und Junghennen vorgehen?

Das folgende Merkblatt der Branche informiert über Organisations- und Vorbeugemassnahmen für das Verladen und Ausladen: zum Merkblatt.

Gibt es für den Agrarsektor Zugang zur Kurzarbeitsentschädigung?

Einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE) können die Arbeitgeber für Arbeitnehmende geltend machen, welche die obligatorische Schulzeit zurückgelegt, das AHV-Rentenalter aber noch nicht erreicht haben. Zudem müssen Arbeitnehmende in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis stehen.

Die Ansprüche auf KAE wurden ausgeweitet:

  • Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.
  • Neu soll der Arbeitsausfall auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden.
  • Ausserdem kann Kurzarbeitsentschädigung neu auch für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer GmbH, welche als Angestellte gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren. Sie sollen eine Pauschale von 3320.- Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen können.

Landwirtschaftsbetrieben, welche nun zu wenig Arbeit haben (z.B. wegfallende Lieferung Gastrobetriebe) wird empfohlen ein Gesuch einzureichen. Die Formulare findet man hier oder beim Kanton.

Wie sieht es aus mit Entschädigung für den Erwerbsausfall aufgrund der gegen das Coronavirus auferlegten Massnahmen?

Ein Anrecht auf Entschädigung haben:

  • Selbstständigerwerbende, die einen Erwerbsausfall wegen einer bundesrechtlich angeordneten Betriebsschliessung oder des Veranstaltungsverbots erleiden, haben Anspruch auf die Entschädigung.
  • Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist.
  • Am 16. April entschied der Bundesrat, dass auch Selbstständigerwerbende ohne komplette Betriebsschliessung im Rahmen einer Härtefallregelung eine Entschädigung für ihren Umsatzausfall beantragen können (auch rückwirkend). Die Voraussetzung hierfür ist, dass das AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10’000 Franken ist, aber 90’000 Franken nicht übersteigt.

Mehr Infos gibt es in der Medienmitteilung des Bundesrats. Das Anmeldeformular ist hier zu finden.

Gibt es Unterstützungsmöglichkeiten, wenn ein Betrieb wegen Einnahmeausfällen in finanzielle Bedrängnis kommt?

Der Bund gewährt auch den Landwirtschaftsbetrieben in Corona-bedingten Liquiditätsengpässen die Möglichkeit, rasch und unkompliziert einen zinslosen Überbrückungskredit zu beantragen. Dieser ist bei der Hausbank zu beantragen und wird vom Bund abgesichert. Mehr Infos zum Vorgehen für den ist hier zu finden.

Auch die zinsfreien Betriebshilfedarlehen zur Überbrückung eines Liquiditätsengpasses stehen weiter zur Verfügung. Anlaufstellen dafür sind die Kantone, in der Regel die kantonalen Kreditkassen.

Wer zahlt, wenn ein Mitarbeitender für 10 Tage in die Quarantäne muss und nicht arbeiten darf?

Sofern ein Arzt die Quarantäne angeordnet hat, gibt es für Angestellte wie auch Selbständigerwerbende eine Corona-Erwerbsersatz-Entschädigung. Infos dazu gibt es auf diesem Merkblatt auf Seite 6. Das Anmeldeformular ist hier zu finden.

 

 

Können die Lernenden ihre Arbeit auf den Betrieben fortsetzen, auch wenn die Schulen geschlossen sind ? Unter welchen Bedingungen?

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Werden die Berufs- und Meisterprüfungen Landwirtschaft wie geplant durchgeführt?

Ja. Wer den Abgabetermin vom 15. April 2020 für die Betriebsstudie bzw. Businessplan einhält, kann (sofern die Corona-Situation nicht gravierend ändert) das Diplom in diesem Jahr abschliessen. Daneben gibt es einen 2. Abgabetermin am 15.8.2020 für Kandidaten, die aus Corona-technischen Gründen den ersten Abgabetermin nicht einhalten konnten. In diesem Fall wird der Abschluss 2020 allerdings nicht möglich sein.

Finden die Qualifikationsverfahren für die Lehrabschlussprüfung statt?

Ja, wenn auch in angepasster Form. Die praktischen Prüfungen einschliesslich Fachgespräch werden unter Einhaltung der Hygienevorgaben in gewohnter Manier durchgeführt. Die Schlussprüfungen Berufskunde und Allgemeinbildender Unterricht finden hingegen nicht statt. Hier kommen die bereits erlangten Erfahrungsnoten zum Zug. Siehe auch Richtlinien des Bundes.

Wo finde ich Informationen zu den höheren Fachschulen?

Die höheren Fachschulen informieren hier über die aktuelle Situation im Zusammenhang mit Corona.

Werden die Abschlussprüfungen Bäuerin, eidg. FA, wie geplant durchgeführt?

Die Prüfungsdaten in der Deutschschweiz (Strickhof 20.-24.4.2020) werden verschoben. In der Westschweiz (Grangeneuve) werden die Prüfungen ebenfals auf den 22. und/oder 29. Juni verschoben.

Finden die SwissSkills im September 2020 statt?

Nach heutigem Stand des Wissens ja. Derzeit werden die Vorbereitungen dazu unverändert fortgesetzt.

Kann ich als Lehrmeister vom Lernenden verlangen, dass er das Wochenende auf dem Lehrbetrieb verbringt?

Nein, arbeitsrechtlich ist das nicht möglich. Sie können aber klare Vereinbarungen treffen (wenn notwendig schriftlich): die Lernenden müssen sich auch am Wochenende strikt an die Vorgaben des Bundes halten.

Kann ich als Lehrmeister verlangen, dass der Lernende nach dem Wochenende zuhause bleibt?

Auch das ist arbeitsrechtlich nicht möglich. Die ältere Generation auf den Betrieben muss sich schützen, wie andere ältere Personen auch: jeglichen Kontakt vermeiden. Die Vorgaben des Bundes müssen auf beiden Seiten umgesetzt werden. Zudem ist die Anordnung einer Selbstquarantäne des Lernenden an seinem Wohnort auch ohne Krankheitssymptome möglich. In diesem Fall ist aber weiterhin der volle Lohn geschuldet. Weil keine Erkrankung vorliegt, kann "Selbstquarantäne" grundsätzlich nicht über die Krankentaggeldversicherung abgerechnet werden.

Wäre es sinnvoll, wenn die Lernenden in dieser Zeit nicht zwischen dem Lehrbetrieb und zuhause pendeln, sondern sich für den Verbleib auf einem der beiden Betriebe entscheiden?

Ja, das ist sinnvoll und kann im gegenseitigen Einvernehmen so gemacht werden.

Welche vorsorglichen Massnahmen sind auf Betrieben mit Nutztierhaltung zu treffen, um für den Fall eines Ausfalls der Betriebsleitung gewappnet zu sein?

Sie finden hier ein Merkblatt mit Hinweisen, was auf Betriebe mit Nutztieren beachtet werden sollte.

Wann und wie kann ich meine Besenbeiz wieder in Betrieb nehmen?

Ab dem 11. Mai dürfen Besenbeizen unter Auflagen wieder öffnen. In einem ersten Schritt dürfen an einem Tisch im Restaurant maximal vier Personen oder Eltern mit Kindern sitzen. Zwischen den einzelnen Gästegruppen ist ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. Ist das nicht möglich, muss ein trennendes Element zwischen den Tischen eingesetzt werden. Zudem müssen alle Gäste sitzen, Stehplätze an der Bar beispielsweise sind verboten.

Was gilt es bei agrotouristischen Angeboten zu beachten?

Im Schutzkonzept von Agrotourismus Schweiz finden Anbieter Informationen, was es bei den verschiedenen Angeboten zu beachten gilt.

Sind Selbstpflückfelder – aktuell Blumenfelder - noch erlaubt?

Seit dem 27. April sind Blumenfelder zum Selberpflücken wieder erlaubt. Selbstpflückfelder von Lebensmitteln wie Erdbeeren waren nie verboten. Schutzkonzepte zur Corona-tauglichen Umsetzung von Selbstpflückfeldern sind hier zu finden.

 

Können Lohnunternehmer uneingeschränkt ihre Leistungen erbringen?

Ja.

Wie kann die Bewirtschaftung im Grenzland sichergestellt werden?

Die Grenzübergänge wurden teilweise geschlossen, was die Bewirtschaftung von Flächen in der Grenzzone erschwerte oder verunmöglichte. Dank dem Engagement der kantonalen Bauernverbände ist es gelungen, lokale Lösungen zu finden, um die Bewirtschaftung der Flächen in der Grenzzone zu gewährleisten.

aktualisiert am 04.05.2020, 08.00 Uhr


Weitere Themen

Der Verkauf von Lebensmitteln in Hofläden ist weiterhin möglich. Bei bedienten Läden sind die Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit zu beachten.

Seit heute befindet sich die Schweiz in einer «ausserordentlichen Lage» gemäss Epidemiengesetz. Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe sind bis mindestens am 19. April 2020 geschlossen. Lebensmittelläden und damit auch die Hofläden auf den Bauernbetrieben sind davon allerdings ausgenommen. Wenig problematisch sind Selbstbedienungsangebote auf den Höfen. Bediente Läden müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit einhalten. Dazu gehören Hygienemassnahmen wie gründliches Händewaschen, Hände nicht schütteln sowie genügend Abstand zu anderen Personen sicherstellen. Das kann weiter heissen, die Anzahl Kundinnen und Kunden zu begrenzen, die gleichzeitig im Laden sind. Ideal ist weiter, eine bargeldlose Bezahlmöglichkeit anzubieten. Der Schweizer Bauernverband arbeitet dafür bereits seit längerem mit TWINT zusammen. Alle Informationen dafür sind auf www.vomhof.ch zu finden. Das Abhalten von Wochenmärkten ist nicht mehr erlaubt. Der Schweizer Bauernverband plant diesbezüglich bei den Bundesbehörden vorstellig zu werden, um Wochenmärkte mit einem reinen Lebensmittelangebot unter gewissen Bedingungen wieder zu ermöglichen.

Coronavirus & Landwirtschaft

Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus wirft auch für die Landwirtschaft Fragen auf. Auf der Webseite des Bundesamtes für Landwirtschaft findet man die wichtigsten Antworten. Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat eine Task Force eingesetzt, die sich den Auswirkungen für die Landwirtschaft und den sich abzeichnenden Problemen wie der Rekrutierung von Arbeitskräften annimmt. Über die neuen Entwicklungen und den aktuellen Wissensstand informiert der SBV auf seiner Webseite www.sbv-usp.ch.

Die Verantwortlichen sowohl auf der Bundesebene als auch im Land Vorarlberg nehmen im Zusammenhang mit der herrschenden Coronavirus-Situation die Sorgen und Anliegen der Bevölkerung sehr ernst und veranlassen in engem Zusammenwirken mit den Fachleuten alles notwendige, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Hierbei steht auch die erforderliche Besonnenheit im Mittelpunkt. Demzufolge wurde von der österreichischen Bundesregierung angeordnet, dass seit Freitag (14.03.2020) aufgrund der herrschenden Corona-Virus-Situation Grenzkontrollen (wie sie gegenüber Italien stattfinden) auch an der Grenze zu Liechtenstein und zur Schweiz durchgeführt werden. Dabei geht es vor allem darum, durch eine deutliche Einschränkung der sozialen Kontakte die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern und die Gesundheit unserer Bevölkerung und der besonders gefährdeten Personengruppen höchstmöglich zu erhalten.

So sind ab Mittwoch (18.03.2020), 00.00 Uhr, nurmehr Grenzübertritte an den Grenzkontrollstellen Höchst, Lustenau, Hohenems, Mäder, Nofels und Tisis möglich. Bereits ab Dienstag (17.03.2020), 00.00 Uhr, gilt, dass Personen, die von Italien, der Schweiz und Liechtenstein nach Österreich einreisen wollen, ein ärztliches Zeugnis mit sich führen müssen und vorzuweisen haben. Das ärztliche Zeugnis darf bei der Einreise nicht älter als vier Tage sein. Abweichend davon ist die Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp erlaubt, sofern die Ausreise sichergestellt ist.

Von diesen Maßnahmen sind dzt. lediglich der Güterverkehr (zu welchem die Polizei auch die Ausübung von Pflege- und Düngungsarbeiten im Grünland bzw. die Flächenbewirtschaftung für eine ordnungsgemäße Landwirtschaft zählt), der gewerbliche Verkehr (mit Ausnahme der gewerblichen Personenbeförderung), der Pendler-Berufsverkehr und Fahrten von Einsatzfahrzeugen nicht betroffen, um die Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens und der medizinischen Versorgung weiterhin gewährleisten zu können.

Somit können die landwirtschaftlichen Arbeiten mit den üblichen Anmeldungsformalitäten von Schweizer Bauern auf ihren Grundflächen in Vorarlberg weiter durchgeführt werden.