Was Sie zur Situation rund um das Corona-Virus wissen müssen

Das Corona-Virus betrifft auch die Landwirtschaft. Alle Infos sowie häufig gestellte Fragen finden Sie hier.

Der Schweizer Bauernverband steht in Kontakt mit den Behörden, um offene Fragen zu klären. Grosse Priorität hat dabei die Sicherstellung der benötigten Arbeitskräfte. Die Entwicklungen auf den Märkten wird beobachtet und geschaut, ob sich dort Handlungsbedarf ergibt. Neu auftauchende Fragen von generellem Interesse sind zu richten an: sandra.helfenstein(at)sbv-usp(dot)ch

So können wir diese gesammelt mit den Behörden klären.


Fragen und Antworten

Dürfen Hofläden betrieben werden?

Ja. Lebensmittelläden und damit auch die Hofläden auf den Bauernbetrieben dürfen betrieben werden. Die Hofläden müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit einhalten. Dazu gehören Hygienemassnahmen wie gründlich Händewaschen, Hände nicht schütteln sowie genügend Abstand zu anderen Personen sicherstellen. Das kann weiter heissen, die Anzahl Kundinnen und Kunden zu begrenzen, die gleichzeitig im Laden sind. Eine Bewirtung der Kundschaft (z.B. Besenbeizen etc.) ist untersagt.

Sind Markstände und Wochenmärkte erlaubt?

Am Montag verbot der Bundesrat Wochenmärkte. Gemäss der Präzisierung des Bundesrats vom Mittwoch ist ein einzelner Lebensmittelmarktstand den Lebensmittelläden gleichgestellt und darf somit betrieben werden. Die Abstandregeln müssen aber auch hier eingehalten werden können. Was das genau für Wochenmärkte bedeutet, sind wir noch am Klären.

In der UFA-Revue online gibt es einen Artikel mit wertvollen Hinweisen für alternative Absatzkanäle und die Vermarktung über andere Gemüse-Vermarktungs-Plattformen

Wie sieht die Situation mit dem Verkauf von Saatgut und Setzlingen aus?

Der Bundesrat lehnte am 20. März einen Antrag ab, den Verkauf von Saatgut und Setzlingen für private Gärten in den Läden (und damit auch Hofläden) wieder zuzulassen. Was aber erlaubt ist, ist eine Art «Take away» für Saatgut uns Setzlinge einzurichten, der vorgängig per Telefon oder online bestellte Ware abgibt. Ebenso darf bestellte Ware nach Hause geliefert werden. Für die Landwirtschaft ist die Versorgung mit Saatgut und Setzlingen gewährleistet.

Weil die Restaurants geschlossen sind kommen gewisse Märkte unter Druck. Sind Massnahmen vorgesehen?

Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf die Märkte. Bei einigen Produkten steigt die Nachfrage, bei anderen sinkt sie. Die Schliessung der Gastronomie belastet v.a. den Wein- und den Fleischmarkt (Rind- und Kalb). Für die Weinproduzenten stehen aktuelle Massnahmen zur Liquiditätssicherung im Zentrum. In Abklärung ist, in wie weit die betroffenen Betriebe auch von den Massnahmen im Bereich der Erwerbsausfallentschädigung profitieren können. Im Fleischmarkt nimmt der Verwaltungsrat der Proviande regelmässig eine Situationsanalyse vor. Zur Entlastung des Rind-, Kalb- und Gitzimarktes arbeitete er ein umfassendes Massnahmenset aus, das nun beim Bundesrat liegt. Die Produzenten sind aufgefordert, die Kühe zurückzuhaltend und nur sehr dosiert zu liefern.

Ist die Versorgung mit Vorleistungen für die Landwirtschaft gewährleistet?

Ja. Aus heutiger Sicht ist die Versorgung mit Dünger, PSM und Saatgut gesichert. Einzig beim Saatmais könnte es gewisse Verzögerungen geben. Auch bei den Futtermitteln sollte es keine Engpässe geben. Im Notfall hat die Schweiz Pflichtlager.

Werden Massnahmen in Erwägung gezogen, Ausschöpfung der Möglichkeiten zur kurzfristigen Anpassung des Produktionsportfolio, z.B. Gemüse statt Tabak?

Der SBV hat diese Frage mit dem Bundesamt für Landwirtschaft und dem Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung geklärt. Diese sehen keinen Bedarf für eine Anpassung der Kulturen.

Können öffentliche Schlachtviehmärkten durchgeführt werden?

Gemäss den neusten Aussagen des Bundes sind öffentliche Schlachtviehmärkte verboten.

Was muss ich als Betriebsleiter mit Angestellten beachten?

Grundsätzlich gilt es, die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit umzusetzen. Speziell ist darauf zu achten, dass die Leute regelmässig die Hände mit Seife waschen können und dass im Grundsatz auch beim Arbeiten genügend Abstand (2 Meter) gewahrt bleibt. Besonders ge-fährdete Personen wie Leute über 65 oder solche mit Vorerkrankungen sollten nicht zur Arbeit auf den Betrieben erscheinen oder so arbeiten können, dass sie keinerlei Kontakt mit anderen Menschen haben. Die Mitarbeitenden müssen sich zudem auch in der Freizeit an die Vorgaben des Bundes halten und sollten sich nicht mit anderen Menschen ausserhalb ihres Haushalts treffen.

Können ausländische Arbeitskräfte noch in die Schweiz einreisen?

Gemäss den zuständigen Behörden dürfen nur noch Personen in die Schweiz einreisen, die im Besitz eines Aufenthaltstitels (L-/B-/C-Bewilligung, Grenzgängerbewilligung, Meldebescheinigung, Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung) sind. Die Einreise nur mit einem Arbeitsvertrag ist nicht mehr erlaubt.

Betriebe, welche Arbeitnehmer in den nächsten Tagen/Wochen erwarten, müssen deshalb unverzüglich die Bewilligung im Meldeverfahren (nicht zu verwechseln mit der Stellenmeldepflicht) erfassen. Diese Meldung ist für max. 90 Kalendertage pro Kalenderjahr möglich. Ist ein längerer Aufenthalt geplant, muss vor Ablauf der Meldebestätigung der Aufenthalt verlängert werden. Diese Meldung ist einfach und gratis. Im Durchschnitt werden die Meldungen innerhalb eines Arbeitstages bearbeitet, es kann aber auch ein paar Tage dauern. Aus diesem Grund ist die Einreise während den nächsten 8 Tagen auch ohne die Meldebescheinigung möglich.

Eine andere Variante ist, dass der Arbeitgeber bei der kantonalen Migrations- oder Arbeitsmarktbehörde eine Bewilligung für vier Monate beantragt. Dies Bearbeitungsfristen sind kantonal unterschiedlich und die Bewilligung ist kostenpflichtig. Wenn das Gesuch bewilligt ist, wird eine Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung ausgestellt. Dieses Papier benötigen die Arbeitnehmer für die Einreise in die Schweiz.

Wo kann ich mich melden, wenn ich Interesse haben, in den nächsten Wochen in der Landwirtschaft auszuhelfen?

Der SBV hat eine Liste mit Plattformen zusammengestellt. Diese ermöglichen einerseits den Landwirtschaftsbetrieben ihren Bedarf an Arbeitskräften sichtbar zu machen. Andererseits können Interessierte dort mögliche Einsatzorte zu finden oder ihre Arbeitskraft auch aktiv anbieten.

Gibt es Massnahmen, damit ausreichend Arbeitskräfte für die Landwirtschaft verfügbar sind?

Da viele ausländische Arbeitskräfte gar nicht mehr in die Schweiz kommen wollen oder können, besteht die Gefahr eines Mangels. Der SBV ist mit den Behörden und seinen Kantonalsektionen in Kontakt, um das Problem der Arbeitskräfte zu lösen. Wir informieren, sobald wir mehr wissen.

Falls es auf Betrieben krankheitsbedingt zu Ausfällen kommt in den nächsten Wochen, wird die Nachbarschaftshilfe wichtig. Welche Punkte gilt Nachbarschaftshilfe bezüglich Arbeits- und Versicherungsrecht zu berücksichtigen?

Die Nachbarschaftshilfe zeichnet sich aus durch:

  • Spontaner Einsatz, Gefälligkeitscharakter
  • Keine oder geringe Entlöhnung
  • Kein primäres wirtschaftliches Interesse des Arbeitgebers

Diese Aushilfen unterstehen nicht der obligatorischen Unfallversicherung und sind somit nicht über eine allfällige bestehende Versicherung für Angestellt versichert. In erster Linie müssen die Versicherungen der geschädigten Person für die Kosten aufkommen, oder Sie verfügen über eine «Aushilfeversicherung», welche einen Teil dieser Schäden deckt.

Gehen die Einsätze über solche «spontane» Einsätze hinaus, ist dies ein Arbeitsverhältnis, ihr Nachbar ist somit für diese Arbeiten Ihr Arbeitnehmer.

Dies charakterisiert sich durch:

  • Einsätze sind geplant/organisiert, evtl. regelmässig
  • Entschädigung mit Lohncharakter
  • Tätigkeit im wirtschaftlichen Interesse des Arbeitgebers

Solche Personen sind als normale Angestellte zu versichern, je nach Pensum und Dauer gemäss den Regelungen des UVG, BVG und des jeweiligen kantonalen Normalarbeitsvertrages.

Gibt es für den Agrarsektor Zugang zur Kurzarbeitsentschädigung?

Einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE) können die Arbeitgeber für Arbeitnehmende geltend machen, welche die obligatorische Schulzeit zurückgelegt, das AHV-Rentenalter aber noch nicht erreicht haben. Zudem müssen Arbeitnehmende in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis stehe.

Die Ansprüche auf KAE wurden ausgeweitet:

  • Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.
  • Neu soll der Arbeitsausfall auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden.
  • Ausserdem kann Kurzarbeitsentschädigung neu auch für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer GmbH, welche als Angestellte gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren. Sie sollen eine Pauschale von 3320.- Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen können.

Landwirtschaftsbetrieben, welche nun zu wenig Arbeit haben (z.B. wegfallende Lieferung Gastrobetriebe) wird empfohlen ein Gesuch einzureichen. Die Formulare findet man hier oder beim Kanton.

Wie sieht es aus mit Entschädigung für den Erwerbsausfall aufgrund der gegen das Coronavirus auferlegten Massnahmen?

Ein Anrecht auf Entschädigung haben:

  • Selbstständigerwerbende, die einen Erwerbsausfall wegen einer bundesrechtlich angeordneten Betriebsschliessung oder des Veranstaltungsverbots erleiden, haben Anspruch auf die Entschädigung.
  • Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist.

Wenn Sie Ihren Betrieb aufgrund der Massnahmen des Bundesrates nicht gänzlich schliessen mussten, haben Sie keinen Anspruch auf die Erwerbsausfallentschädigung.

Merkblatt 6.03 – Corona Erwerbsersatzentschädigung

Die Armee mobilisiert zurzeit Leute. Wie kann man sich als aktiver Landwirt davon befreien?

Da es sich um eine Mobilisierung handelt, muss man einrücken, wenn man die eigene Einheit aufgeboten wird. Ein vorgängiges Dispensationsgesuch wie bei einem normalen Aufgebot ist nicht möglich. Nach dem Einrücken kann man aber umgehend mit einer entsprechenden Begründung (Arbeit ist wichtig für die Lebensmittelversorgung) ein Dispensationsgesuch stellen. Der SBV hat der Armeeführung zudem ein Schreiben geschickt, mit der Bitte, diese Gesuche zu bewilligen.

Auch der Zivilschutz bietet Leute auf. Wie kann man sich davon befreien, weil man in der Landwirtschaft arbeiten muss?

Der Zivilschutz ist im Gegensatz zur Armee nicht national, sondern regional organisiert. Aber auch hier kann man sich mit einer Begründung (Arbeit ist wichtig für die Lebensmittelversorgung) dispensieren lassen. Falls diesem Gesuch nicht entsprochen wird, kann man sich an den kant. Bauernverband wenden und ihm Person und Aufgebotsstelle mitteilen. Dieser kann dann Kontakt aufnehmen und die Aufgebotsstelle auffordern, die betroffene Person zu dispensieren, weil sie dringend auf dem Betrieb benötigt wird.

Wie muss ich beim Verladen von Verladen von Poulets, Truten und Hennen sowie dem Einstallen von Küken und Junghennen vorgehen?

Das folgende Merkblatt der Branche informiert über Organisations- und Vorbeugemassnahmen für das Verladen und Ausladen: zum Merkblatt.

Können die Lernenden ihre Arbeit auf den Betrieben fortsetzen, auch wenn die Schulen geschlossen sind ? Unter welchen Bedingungen?

Infoschreiben Verbundspartner

Werden die Berufs- und Meisterprüfungen Landwirtschaft wie geplant durchgeführt?

Ja. Wer den Abgabetermin vom 15. April 2020 für die Betriebsstudie bzw. Businessplan einhält, kann (sofern die Corona-Situation nicht gravierend ändert) das Diplom in diesem Jahr abschliessen. Daneben gibt es einen 2. Abgabetermin am 15.8.2020 für Kandidaten, die aus Corona-technischen Gründen den ersten Abgabetermin nicht einhalten konnten. In diesem Fall wird der Abschluss 2020 allerdings nicht möglich sein.

Finden die Qualifikationsverfahren für die Lehrabschlussprüfung statt?

Ja, wenn auch in angepasster Form. Die OdA AgriAliForm sieht vor, am 1.4.2020 darüber zu entscheiden. Sobald Klarheit herrscht, werden alle Beteiligten informiert.

Infoschreiben Verbundpartner

Werden die Abschlussprüfungen Bäuerin, eidg. FA, wie geplant durchgeführt?

Im Moment bleiben die Prüfungsdaten 20.-24.4.2020 (Strickhof) und 4.5.2020 (Grangeneuve) erhalten.

Finden die SwissSkills im September 2020 statt?

Nach heutigem Stand des Wissens ja. Derzeit werden die Vorbereitungen dazu unverändert fortgesetzt.

Kann ich als Lehrmeister vom Lernenden verlangen, dass er das Wochenende auf dem Lehrbetrieb verbringt?

Nein, arbeitsrechtlich ist das nicht möglich. Sie können aber klare Vereinbarungen treffen (wenn notwendig schriftlich): die Lernenden müssen sich auch am Wochenende strikt an die Vorgaben des Bundes halten.

Kann ich als Lehrmeister verlangen, dass der Lernende nach dem Wochenende zuhause bleibt?

Auch das ist arbeitsrechtlich nicht möglich. Die ältere Generation auf den Betrieben muss sich schützen, wie andere ältere Personen auch: jeglichen Kontakt vermeiden. Die Vorgaben des Bundes müssen auf beiden Seiten umgesetzt werden. Zudem ist die Anordnung einer Selbstquarantäne des Lernenden an seinem Wohnort auch ohne Krankheitssymptome möglich. In diesem Fall ist aber weiterhin der volle Lohn geschuldet. Weil keine Erkrankung vorliegt, kann "Selbstquarantäne" grundsätzlich nicht über die Krankentaggeldversicherung abgerechnet werden.

Wäre es sinnvoll, wenn die Lernenden in dieser Zeit nicht zwischen dem Lehrbetrieb und zuhause pendeln, sondern sich für den Verbleib auf einem der beiden Betriebe entscheiden?

Ja, das ist sinnvoll und kann im gegenseitigen Einvernehmen so gemacht werden.

Sind Selbstpflückfelder – aktuell Blumenfelder - noch erlaubt?

Selbstpflück-Blumenfelder entsprechen einer öffentlich zugänglichen Einrichtung, die nicht der Deckung des alltäglichen Lebensbedarfs dienen und werden nicht zwingend benötigt. Entsprechend sind solche Felder zu schliessen. Selbstpflückfelder von Lebensmitteln wie Erdbeeren sind erlaubt.

Können Lohnunternehmer uneingeschränkt ihre Leistungen erbringen?

Ja.

Wie kann die Bewirtschaftung im Grenzland sichergestellt werden?

Die Grenzübergänge wurden teilweise geschlossen, was die Bewirtschaftung von Flächen in der Grenzzone erschwerte oder verunmöglichte. Dank dem Engagement der kantonalen Bauernverbände ist es gelungen, lokale Lösungen zu finden, um die Bewirtschaftung der Flächen in der Grenzzone zu gewährleisten.

Gibt es Unterstützungsmöglichkeiten, wenn ein Betrieb wegen Einnahmeausfällen in finanzielle Bedrängnis kommt?

Ja. Die Kantone können zinsfreie Betriebshilfedarlehen zur Überbrückung eines Liquiditätsengpasses gewähren. Anlaufstellen sind die Kantone, in der Regel die kantonalen Kreditkassen.

 

 

aktualisiert am 27.03.2020, 09.00 Uhr


Weitere Themen

Der Verkauf von Lebensmitteln in Hofläden ist weiterhin möglich. Bei bedienten Läden sind die Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit zu beachten.

Seit heute befindet sich die Schweiz in einer «ausserordentlichen Lage» gemäss Epidemiengesetz. Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe sind bis mindestens am 19. April 2020 geschlossen. Lebensmittelläden und damit auch die Hofläden auf den Bauernbetrieben sind davon allerdings ausgenommen. Wenig problematisch sind Selbstbedienungsangebote auf den Höfen. Bediente Läden müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit einhalten. Dazu gehören Hygienemassnahmen wie gründliches Händewaschen, Hände nicht schütteln sowie genügend Abstand zu anderen Personen sicherstellen. Das kann weiter heissen, die Anzahl Kundinnen und Kunden zu begrenzen, die gleichzeitig im Laden sind. Ideal ist weiter, eine bargeldlose Bezahlmöglichkeit anzubieten. Der Schweizer Bauernverband arbeitet dafür bereits seit längerem mit TWINT zusammen. Alle Informationen dafür sind auf www.vomhof.ch zu finden. Das Abhalten von Wochenmärkten ist nicht mehr erlaubt. Der Schweizer Bauernverband plant diesbezüglich bei den Bundesbehörden vorstellig zu werden, um Wochenmärkte mit einem reinen Lebensmittelangebot unter gewissen Bedingungen wieder zu ermöglichen.

Coronavirus & Landwirtschaft

Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus wirft auch für die Landwirtschaft Fragen auf. Auf der Webseite des Bundesamtes für Landwirtschaft findet man die wichtigsten Antworten. Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat eine Task Force eingesetzt, die sich den Auswirkungen für die Landwirtschaft und den sich abzeichnenden Problemen wie der Rekrutierung von Arbeitskräften annimmt. Über die neuen Entwicklungen und den aktuellen Wissensstand informiert der SBV auf seiner Webseite www.sbv-usp.ch.

Die Verantwortlichen sowohl auf der Bundesebene als auch im Land Vorarlberg nehmen im Zusammenhang mit der herrschenden Coronavirus-Situation die Sorgen und Anliegen der Bevölkerung sehr ernst und veranlassen in engem Zusammenwirken mit den Fachleuten alles notwendige, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Hierbei steht auch die erforderliche Besonnenheit im Mittelpunkt. Demzufolge wurde von der österreichischen Bundesregierung angeordnet, dass seit Freitag (14.03.2020) aufgrund der herrschenden Corona-Virus-Situation Grenzkontrollen (wie sie gegenüber Italien stattfinden) auch an der Grenze zu Liechtenstein und zur Schweiz durchgeführt werden. Dabei geht es vor allem darum, durch eine deutliche Einschränkung der sozialen Kontakte die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern und die Gesundheit unserer Bevölkerung und der besonders gefährdeten Personengruppen höchstmöglich zu erhalten.

So sind ab Mittwoch (18.03.2020), 00.00 Uhr, nurmehr Grenzübertritte an den Grenzkontrollstellen Höchst, Lustenau, Hohenems, Mäder, Nofels und Tisis möglich. Bereits ab Dienstag (17.03.2020), 00.00 Uhr, gilt, dass Personen, die von Italien, der Schweiz und Liechtenstein nach Österreich einreisen wollen, ein ärztliches Zeugnis mit sich führen müssen und vorzuweisen haben. Das ärztliche Zeugnis darf bei der Einreise nicht älter als vier Tage sein. Abweichend davon ist die Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp erlaubt, sofern die Ausreise sichergestellt ist.

Von diesen Maßnahmen sind dzt. lediglich der Güterverkehr (zu welchem die Polizei auch die Ausübung von Pflege- und Düngungsarbeiten im Grünland bzw. die Flächenbewirtschaftung für eine ordnungsgemäße Landwirtschaft zählt), der gewerbliche Verkehr (mit Ausnahme der gewerblichen Personenbeförderung), der Pendler-Berufsverkehr und Fahrten von Einsatzfahrzeugen nicht betroffen, um die Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens und der medizinischen Versorgung weiterhin gewährleisten zu können.

Somit können die landwirtschaftlichen Arbeiten mit den üblichen Anmeldungsformalitäten von Schweizer Bauern auf ihren Grundflächen in Vorarlberg weiter durchgeführt werden.

 

 

 

 

Märkte in der bisherigen Form gibt es sicher bis 19. April keine mehr. Wie geht es weiter? Bitte lesen Sie das Notfall Marktkonzept.